Die Linie als Code

von Marion Hellweg

Izzy Weissgerber ist eine Künstlerin, die sich nicht in ein Genre fassen lässt – sie ist Porträtistin, Synästhetin, Grenzgängerin zwischen Fotografie, Pop Art und Street-Art. Seit 2008 arbeitet sie offiziell als Pop-Art-Künstlerin, doch ihre kreative Reise begann lange vorher. Erste Erfolge feierte sie als extraordinary Make-up Artist bei renommierten Modehäusern wie Jil Sander, miu miu und der deutschen Vogue. Eine aufregende Zeit, geprägt von internationalen Eindrücken und ästhetischer Präzision.

Nach ihrer Karriere in der Mode wandte sich Izzy der Musik zu. Mit nur 20 Jahren legte sie deutschlandweit in Clubs auf, spürte den Puls der Menge und machte Musik zu ihrem Lebensinhalt. Bald darauf zog sie nach New York – in die Stadt, die sie magisch anzog.

Techno war meine erste große Liebe. Als mein Vater Kraftwerk gespielt hat, der Bass, der schnelle Rhythmus, die elektronische Musik hat mich berührt – es war eine Art Erleuchtung.

In New York waren es nicht nur die Beats, sondern vor allem die Menschen, die Izzy inspirierten. Rastlosigkeit, radikale Individualität und ästhetische Extreme prägten ihre Wahrnehmung. Sie begann, Menschen zu fotografieren, bearbeitete die Bilder digital, überlagerte Gesichter mit farbigen Linien und Balken – eine visuelle Transformation, bei der die Augen stets verdeckt blieben.

Ich nahm mit meiner Kamera Bilder von Menschen und begann die Fotos am Computer zu bearbeiten, zeichnete farbige Balken, Linien, veränderte so die Gesichter der Menschen. Wichtigstes Merkmal meiner New Yorker-Arbeiten waren die Augen, die blieben immer verdeckt.

Die Entdeckung, dass sie Farben mit Persönlichkeiten verband, brachte Klarheit.

Ich sagte zu ihr ‘Zaza, du bist für mich lila und eine 4’. Zaza recherchierte, dass ich Synästhesie habe. Diese Erkenntnis war befreiend. Mit Anfang 20 habe ich mich verstanden. Was mich ausmacht, wer ich eigentlich bin und was ich bewegen kann. Die Fähigkeit, die Aura eines Menschen zu sehen, dies in einem Gemälde für die Ewigkeit festzuhalten. Die Linie ist mein Code, meine Unterschrift – und ich bin Portrait-Künstlerin.

Ein Schlüsselmoment ihrer Karriere war die Begegnung mit Andy Warhols Muse Joe Dallesandro.

Kennen Sie Joe Dalessandro? Er war die Muse von Andy Warhol! Ich kannte ihn nicht, bevor er mich über Myspace anschrieb und beauftragte, ihn zu portraitieren.

Das entstandene Werk schaffte es auf das Cover des Punk Globe Magazines, T-Shirts mit Izzy-Porträts von „Little Joe“ wurden weltweit über seinen Fanshop verkauft – ein bedeutender Einstieg in die internationale Kunstszene.

Seither sind ihre Arbeiten weltweit gefragt. Ihre Werke, geprägt von subtiler Erotik, kulturellen und religiösen Symbolen, leuchtenden Farben und stets verborgenen Augen als „Seelenschutz“, sind auf Ausstellungen in New York, Miami, Berlin, Köln, Stuttgart und Düsseldorf zu sehen. Ob Stroke Art Fair oder BLOOM Art Fair – Izzy Weissgerbers Kunst berührt und bewegt. Ihre ersten Werke wurden bereits 2008 in der I’s Window Gallery in New York gezeigt, seither wächst die globale Aufmerksamkeit für ihre unverwechselbare Handschrift stetig.

Heute gilt Izzy Weissgerber als eine der spannendsten zeitgenössischen Künstlerinnen, die es versteht, mit ihrer synästhetischen Wahrnehmung die Essenz eines Menschen sichtbar zu machen. Ihre Werke sind binnen kürzester Zeit ausverkauft, prominente Sammler weltweit geben Portraits bei ihr in Auftrag. Eine Künstlerin mit unerschöpflicher Energie, vielseitigen Talenten – und einer ganz eigenen Vision, die bleibt.

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