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    Endometriose verstehen: Körper, Nervensystem und Selbstführung im Einklang

    von Karenina Lissner Januar 16, 2026
    geschrieben von Karenina Lissner

    Du kennst sicher den Roman von Lew Tolstoi “Anna Karenina“, eine Weltliteratur. 

    Am Ende der Geschichte hat sich Anna Karenina umgebracht, weil sie sich gefangen und ohne Ausweg fühlte – sie sah keinen Weg mehr, ein normales Leben zu führen. 

    Was sich wie Weltliteratur liest, ist für Millionen Frauen bittere Realität. 

    So wie Anna Karenina geht es etwa 2,4 Mio Frauen in Deutschland, die von Endometriose betroffen sind, das sind 10-15% aller Frauen im gebärfähigen Alter und somit rund jede zehnte Frau weltweit. 

    Wobei die Dunkelziffer noch viel höher liegt, da Endometriose noch immer schwer zu diagnostizieren ist und Forschung wie Aufklärung fehlen.  

    Die Symptome sind vielfältig und oft unspezifisch: starke, krampfartige Unterleibsschmerzen – teils unabhängig vom Zyklus –, Schmerzen beim Wasserlassen, beim Stuhlgang oder beim Geschlechtsverkehr, unregelmäßige Blutungen bis hin zu Dauerblutungen sowie Magen-Darm-Beschwerden. 

    Unspezifisch – und dennoch so typisch. 

    Als 1 von 10 Frauen, die von Endometriose betroffen ist, kenne ich die persönliche Realität: Schmerzen, Zweifel und die endlose Suche nach Lösungen. 

    Stell dir vor, du sitzt nachts auf der Toilette, mit einem Eimer im Arm – unabhängig von deiner Zyklusphase oder davon, was du gegessen hast. Und das nicht einmalig, sondern mindestens alle 2 Wochen, dein Leben lang. 

    Genau so erging es mir – schon lange bevor ich in die Pubertät kam.  

    Von den Beschwerden vor und während der Periode ganz zu schweigen. 

    Es folgten unzählige Arztbesuche, Untersuchungen und Operationen – doch niemand fand etwas Greifbares. 

    Irgendwann hörte ich auf zu fragen: „Warum ich?“ 

    Ich hörte auf zu suchen, zu grübeln, mir oder meinen Vorfahren die Schuld zu geben. Stattdessen gab ich mich zufrieden – und funktionierte. Urlaube waren Stress, Verabredungen sagte ich kurzfristig ab, weil mein Körper wieder einmal streikte. 

    War das die Lösung?  

    Natürlich nicht. 

    Im Jahr 2016 als ich die 2te Fehlgeburt zur Weihnachtszeit im selben Jahr erfahre, falle ich in ein tiefes Loch. 

    Nichts ergibt mehr Sinn, und all meine Symptome verstärken sich. 

    In dieser Zeit beginne ich, einen Zusammenhang zu erkennen. 

    Ich weiß plötzlich, wie mein Körper funktioniert. 

    Ich erinnere mich an etwas, das wir alle in uns tragen: die Verantwortung für unsere Gesundheit und unsere Umwelt. 

    Zu oft betäuben wir dieses Gefühl, indem wir Verantwortung abgeben – an Systeme, an Diagnosen, an Versicherungen – “Macht nichts, ich bin ja versichert…” 

    Doch Verantwortung lässt sich nicht einfach auslagern. 

    Ich entscheide mich, Verantwortung zu übernehmen für mich und meinen Körper als wohlwollende Managerin meines Lebens.  

    Ich höre auf, zu warten, dass jemand im Außen mich von meinen Beschwerden befreit, und beginne, der Sache wirklich auf den Grund zu gehen.  

    Denn die Frage nach der Ursache ist oft schon die halbe Diagnose – und ein wesentlicher Teil der Therapie. 

    Bleiben wir bei der Symptombehandlung stehen, kann die eigentliche Ursache ungehindert weiterwirken. 

    Bis zur Diagnosestellung vergehen 8 lange Jahre – mit unzähligen Arztbesuchen, Untersuchungen und Wahrscheinlichkeitsrechnungen. Als die Diagnose schließlich bestätigt wurde, war sie keine Überraschung. Ich hatte längst gespürt, was sich zeigen würde: Endometriose. 

    Mit der Diagnose wurde mir eines endgültig klar: Ich kann nicht länger im Außen suchen – weder nach Schuldigen noch nach jemandem, der mich von meiner Erkrankung befreit. 

    Meinen Körper als Gegner zu betrachten, der nicht so „will“, wie ich es möchte, diente lange Zeit nur dazu, meine eigene Untätigkeit zu entschuldigen. Doch mein Körper spricht mit mir – in Form von Symptomen. Und die Ursache liegt oft an einem ganz anderen Ort als dort, wo der Schmerz spürbar wird. 

    Als ich begann, mit meinem Körper zu arbeiten statt gegen ihn, ging es mir nach nur vier Wochen so gut wie seit 2016 nicht mehr. 

    Kurzzeitig machte ich mir Vorwürfe, diesen Weg nicht früher gegangen zu sein. Doch mit der Diagnose verstand ich: Schuld bringt keine Heilung – Verständnis schon. 

    Entscheidend ist nicht, wie eine Erkrankung entsteht, sondern zu verstehen, wie sie im Körper wirkt – und was wir selbst tun können, um ihn aktiv zu unterstützen. 

    Was tust du, wenn du eine Erkältung hast? Tee trinken, Erkältungsbad, Ruhe gönnen – du unterstützt deinen Körper aktiv, damit er zurück in seine Kraft kommt. Genau diese aktive Unterstützung fehlt vielen Frauen mit Endometriose – sie wissen oft nicht, was ihrem Körper hilft, um ein normales Leben zu führen. 

    Auch wenn Endometriose keine Erkältung ist, verdeutlicht der Vergleich, worum es in meiner Arbeit geht: ich zeige Menschen, wie sie ihren Körper bewusst unterstützen, Zusammenhänge erkennen und selbstbestimmt handeln können. 

    Mein Geheimtipp: 

    Entzündungshemmende Ernährung. 

    Warum? Endometriose ruft im Körper Entzündungsreaktionen hervor, ohne dass eine akute Entzündung vorliegt, durch die entsprechende Ernährung unterstützt du deinen Körper beim “Kampf”. 

    Verdauungsorgane sind durch die Verwachsungen in ihren Funktionen und in ihrer Bewegung eingeschränkt, funktionieren also nicht wie bei einem “gesunden” Menschen, da hilft nicht nur die Ernährung, sondern auch Bewegung, schon leichte Dehnübungen oder ein Spaziergang an der frischen Luft, können die Bewegung von Magen und Darm aktivieren und somit die natürlichen Funktionen fördern.  

    Bedenke dabei Geduld und Regelmäßigkeit, Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. 

    Mein Gamechanger? 

    Nervensystem beruhigen! Ohne das ist alles nichts. 

    Bewusste Me-Time, Dinge, die dich entspannen und Stress reduzieren. 

    Wenn du deine Augen schließt, dich auf deinen Atem konzentrierst und deinen Körper bewusst wahrnimmst: Was sagt er dir? Wie geht es dir wirklich? Welche Symptome zeigen sich? Ganz ohne zu bewerten.  

    Im nächsten Schritt frage dich: Was brauche ich gerade? Was tut mir gut? Was stresst mich? Und wo möchte ich hin? Höre genau zu!  

    Hin zu statt weg von: Setze bewusst den Fokus auf das Positive, was wünscht du dir? 

    Statt dich weiter auf dein Leid, das Negative zu konzentrieren und deine Energie dafür aufzuwenden, irgendwohin zu kommen, wo du womöglich auch nicht sein möchtest. 

    Setz dir klare Ziele und nehme deinen Körper mit – er ist immer für dich! 

    Endometriose ist keine Einladung zum Aufgeben, sondern zum Hinsehen. Gesundheit bedeutet, das Fließgleichgewicht von Körper, Geist und Seele aufrechtzuerhalten – und beginnt mit der Entscheidung, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. 

     

    Über Karenina Lissner:  

    Ich bin Karenina – Gesundheits- und Krankenpflegerin, Fitnesstrainerin und Spiritual Life Coach i.A.  

    15 Jahre habe ich im Klinikalltag gearbeitet und selbst mehrere Diagnosen, darunter Endometriose, durchlebt.  

    Dabei habe ich gesehen, wie verloren sich Frauen danach oft fühlen: überfordert, erschöpft, ohne klaren Plan, wie es weitergeht. 

    Gleichzeitig habe ich erlebt, wie wenig Raum unser Gesundheitssystem für das lässt, was Menschen wirklich brauchen: 
    Orientierung, Selbstvertrauen, Entscheidungskraft und echte Menschlichkeit. 

    Mein persönlicher Wendepunkt: 

    Ich muss aufhören zu warten, dass jemand anderes mein Problem löst – Ich darf selbst entscheiden. Ich darf mir selbst vertrauen. 

    Heute verbinde ich meine medizinische Erfahrung, mein tiefes Verständnis von Körperarbeit und meine Spiritual-Life-Coaching-Ausbildung zu einer einzigartigen Arbeit: 

    Ich unterstütze Menschen, Zusammenhänge zu erkennen, die sie selbst noch nie gesehen haben – körperlich, emotional, mental. 

    Ich begleite Frauen mit Endometriose und Menschen, die sich nach Klarheit, innerer Stärke und selbstbestimmten Entscheidungen sehnen. 

    Meine Mission: 

    Mehr Menschlichkeit im Gesundheitssystem – und Menschen dabei begleiten, wieder ihrem inneren Kompass zu vertrauen. 

    Januar 16, 2026 0 Kommentare
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